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Da
Versteigerung
So schnell ging es dann doch vorbei – die letzte Fahrt stand an. Einerseits freuten wir uns, dass unser treues Fahrzeug nun jemandem hilft, Geld zu verdienen, andererseits waren wir ein bisschen traurig, weil es uns nie im Stich gelassen hatte.
Morgens um 9 startete der Konvoi zur Station, wo alle Fahrzeuge von potenziellen Käufern genau unter die Lupe genommen werden konnten. Wir beantworteten die eine oder andere Frage, während die Aufregung immer weiter stieg – besonders, als wir selbst an der Reihe waren.
Dann fiel der Hammer: 331.000 Dalasi, also etwa 3.912 €, ein wirklich hervorragendes Ergebnis! Der Transporter bleibt in Gambia und wird zu einem Schulbus umgebaut – eine wunderschöne Nachricht, die wir direkt von den Käufern erfahren durften, während sie das Fahrzeug abholten und mitnahmen.
Ein bittersüßer Moment: Stolz, Freude, ein Hauch Wehmut – und die Gewissheit, dass unser treuer Begleiter nun neue Abenteuer erleben wird.
16. Etappe | Saint Louis - Banjul | 600 Kilometer
Letzte – und wohl härteste – Etappe der ganzen Tour! Früh morgens, noch vor dem ersten Krähen des Hahns, starteten wir in den Tag und erreichten unser Ziel erst spät in der Nacht. Nach einem Tankstopp kam der Konvoi wegen eines Zwischenfalls für längere Zeit zum Stillstand – Gelegenheit, die Nerven zu testen und ein bisschen die Aussicht zu genießen.
Danach hieß es: Kilometer machen, Kilometer fressen und aufpassen, dass man den Überblick behält. Die Grenze passierten wir erst bei Dämmerung, und nach den üblichen Zollformalitäten wurden wir wie VIPs von der Polizei eskortiert – ein unerwartetes Highlight des Tages. Ein Kommunikationsproblem katapultierte uns plötzlich weit nach vorne im Konvoi, was uns zwar überraschte, aber keineswegs störte.
Im Hotel angekommen, bezogen wir unser Zimmer (Spoiler: es wurde am nächsten Tag gewechselt) und stürzten uns hungrig auf einen Teller Bolognese. Um 3 Uhr nachts war dann endlich Schlafenszeit – wohlverdient, nach einem Tag voller Abenteuer, Adrenalin und unvergesslicher Straßenkilometer.
Ruhetag Saint Louis
Den nächsten Ruhetag haben wir genutzt, um ein bisschen Kultur- und Stadterkundung in Saint-Louis zu betreiben. Zunächst ging es zurück in das kleine Restaurant, das wir schon bei unserer vorherigen Rallye entdeckt hatten – ein perfekter Ort für ein kurzes Getränk, das uns auf den entspannten Tag einstimmte.
Anschließend ließen wir uns einfach durch die Straßen treiben, tauchten ein in das bunte Treiben der Stadt, bewunderten die charmante Kolonialarchitektur und genossen die kleinen, überraschenden Details, die nur zu Fuß auffallen. Natürlich durfte auch ein Besuch im örtlichen Supermarkt nicht fehlen um die Vorräte für die letzte Etappe aufzufüllen.
15. Etappe | Nouakchott - Saint Louis | 295 Kilometer
Heute stand die Fahrt in den Senegal auf dem Programm – natürlich über den berühmt-berüchtigten Damm im Diawling Nationalpark. Die Straßen dahin sind größtenteils in einem sehr guten Zustand, aber eine kleine Offroad-Passage konnte uns trotzdem nicht entgehen. Dank des rebellischen Stoßdämpfers mussten wir die Strecke allerdings eher gemütlich nehmen und landeten so eher im letzten Mittelfeld.
Der Damm selbst bietet keinerlei Teerstraße – also hieß es wieder einmal: fahren, bremsen, ausweichen, ab und zu auch ein bisschen neben der Spur. Die Grenzformalitäten – Ausreise aus Mauretanien, Einreise in den Senegal – zogen sich leider wie Kaugummi. Und als wir dann bei Dunkelheit in Saint-Louis ankamen, waren die Straßen sehr belebt. Zu allem Überfluss übersahen wir einen „schlafenden Polizisten“ (aka Speedbump) und konnten erst im allerletzten Moment ein wenig abbremsen. Eine kleine Flugeinlage inklusive – Adrenalin pur!
Dank der tatkräftigen Unterstützung eines anderen Teams konnten wir im Hotel jedoch zügig unsere Zimmer beziehen und ein verspätetes, aber wohlverdientes Abendessen genießen..
Ruhetag Nouakchott | 0 Kilometer
Ruhetag in Nouakchott bedeutet nicht nur Beine hochlegen — auch wenn wir uns das nach der Wüste definitiv verdient hätten.
Stattdessen nutzen wir die Gelegenheit und stürzen uns ins bunte Treiben der Stadt. Märkte, Straßenleben und jede Menge Eindrücke inklusive.
14. Etappe | Bir Gandouz- Nouakchott | Wüstendurchquerung | 580 Kilometer
Wir sind zurück in der Zivilisation.
Drei Tage Wüste liegen hinter uns, die es wirklich in sich hatten — sowohl fahrzeug- als auch wettertechnisch. Tagsüber konnten wir noch die wärmende Sonne genießen, während die Nächte eher Richtung „Outdoor-Kältetherapie im Zelt“ gingen. Und weil es offenbar noch nicht abwechslungsreich genug war, hat sich auch der Regen kurz blicken lassen.
Technisch stehen wir mit zwei „Einsendungen“ ganz gut da: Eine unserer Radhausschalen haben wir der Wüste überlassen, und ein Stoßdämpfer hat beschlossen, künftig mehr zu begleiten als zu dämpfen.
Das absolute Highlight war aber unser Kinoabend mitten im Nirgendwo — Leinwand, Cocktail und Sternenhimmel inklusive. Besser wird’s schwer.
Aufgrund ungeplanter Ereignisse haben wir die Wüste etwas früher verlassen und können uns nun zwei Tage lang in Nouakchott regenerieren und wieder „straßentauglich machen“.
13. Etappe | Dakhla - Bir Gandouz | 342 Kilometer
Nach dem Frühstück stand erst einmal konsequente „Gewichtsoptimierung“ auf dem Programm: Ein Karton mit gespendeten Fußbällen blieb bei Pro Terra zurück und wird dort an Mitarbeiter sowie Waisenhäuser weitergegeben.
Anschließend ging es zum Briefing, zur Werkstattstraße und in den Supermarkt, um die Wasservorräte wieder aufzufüllen. Ganz nebenbei wollten wir auch noch die lokale Wirtschaft unterstützen und unsere eher eigenwillige Schiebetür etwas nachjustieren lassen. Kleiner Spoiler: Danach war sie nicht unbedingt besser, nur entschlossener in ihrer Meinung.
Mit erledigten To-dos und vollen Vorräten ging es danach noch etliche Kilometer weiter — inklusive Überquerung des Wendekreises des Krebses — bis nach Bir Gandouz.
12. Etappe | Laayoune - Dakhla | 499 Kilometer
Genau genommen sind wir noch nicht in Dakhla, sondern ein paar Kilometer davor. Übernachtet wird gemeinsam mit einigen anderen Teilnehmern auf dem Gelände von Pro Terra.
Die Anreise war dabei überraschend unkompliziert — erstaunlich wenige Fiche (die berüchtigten Zettel mit den wichtigsten Fahrzeugdaten) mussten an den Checkpoints abgegeben werden. Fast schon verdächtig entspannt für Rallye-Verhältnisse.
Ein echtes Highlight der Strecke sind allerdings die Bagger, die zwischendurch einfach mal die Sanddünen von der Straße schieben. Praktischer Service — wo sonst bekommt man „Straßenfreihaltung live“ so konsequent geliefert?
11. Etappe | Aglou Plage - Laayoune | 540 Kilometer
Marokko hat in den letzten Jahren spürbar in den Straßenbau investiert, sodass sich die rund 540 Kilometer erstaunlich entspannt abspulen ließen.
Zu unserer Überraschung war die Strecke teilweise sogar zweispurig ausgebaut. Zwischendurch konnte man im Sand noch die alte Trasse erahnen — wie ein Relikt aus einer früheren Rallye-Ära.
Ein besonderes Highlight war ein kurzer Abstecher in eine Art „Neubaugebiet light“: Straßen schon fertig, Häuser noch Zukunftsmusik. Perfekt für ein spontanes Fotoshooting bis runter ans Meer.
In Laâyoune angekommen sorgten wir am Hotel dann kurz für ein kleines Verkehrschaos — rein aus Prinzip natürlich. Schließlich will der beste Parkplatz erst einmal gefunden werden.
10. Etappe | Atlas Studios - Aglou Plage| 409 Kilometer
Zeit, den Atlas wieder zu verlassen — aber natürlich nicht, ohne noch einen passenden letzten Zwischenstopp mitzunehmen.
Wir machten Halt an einer Filmlocation von „The Hills Have Eyes“, die ihrer Atmosphäre definitiv treu geblieben ist. Danach wurde es landschaftlich und fahrtechnisch zum Glück wieder entspannter: Die Straßen wurden besser, der Staub legte sich langsam, und aus Pisten wurden wieder „echte“ Straßen.
Durch kleine Dörfer und zunehmend lebhaften Verkehr ging es weiter bis Aglou Plage — zurück auf die Strecke, genau so wie im Roadbook vorgesehen.
9. Etappe | Ouzoud - Atlas Studios | 223 Kilometer
Da Maps meinte, die paar Kilometer wären in etwa 4 Stunden machbar, starteten wir entspannt nach einem reichhaltigen Frühstück direkt zur Besichtigung der spektakulären Ouzoud-Wasserfälle. Früh am Morgen hatte man den Vorteil, dass sich die Touristenmassen noch in Grenzen hielten — fast schon Luxus in so einer Kulisse.
Im Anschluss hieß es dann: los geht’s. Zunächst noch brav auf Asphalt, der allerdings schneller verschwand als uns lieb war. Danach folgten reine Dirt Roads, inklusive Wasserhindernissen und Streckenabschnitten, die eher nach „frei interpretierbarer Fahrspur“ aussahen — teilweise durch Steinschlag komplett neu gestaltet.
Auf rund 2.200 Metern Höhe wurde es dann sogar kurz winterlich genug für eine spontane Schneemann-Session.
Die geplanten Atlas Studios mussten wir allerdings streichen. Nach über 8 Stunden Schotter, Staub und ordentlich Durchschütteln kamen wir erst am Hotel an — eher wie ein mobiles Rallye-Denkmal als wie ein Reise-Team.
8. Etappe | Briech- Ouzoud | 580 Kilometer
Wir haben uns bewusst gegen den Ruhetag in Marrakesch entschieden — schließlich war der Plan klar: endlich einmal durch den Atlas fahren.
Da die Zeit bis Aglou Plage begrenzt ist, stand zunächst ein Besuch der Ouzoud-Wasserfälle auf dem Programm. Der Weg dorthin hatte es allerdings in sich: beeindruckende Landschaften wechselten sich mit eher kreativen Straßenverhältnissen, vollen Städten und einigen tierischen „Straßenrand-Silhouetten“ ab.
Am Ziel angekommen haben wir uns in ein Riad eingecheckt — nur wenige Gehminuten von den Wasserfällen entfernt. Ein perfekter Ausgangspunkt, um den Tag entspannt ausklingen zu lassen.
7. Etappe | San Roque - Briech | 150 Kilometer
Und zack — Afrika!
Unser Rallyebolide und all die anderen Fahrzeuge rollen nun unaufhaltsam ihrem Ziel entgegen. Mit jedem Kilometer wird klar: Das Abenteuer hat endgültig die nächste Stufe erreicht.
Und während draußen weiterhin Kilometer gesammelt werden, genießen wir ganz unironisch den Komfort eines richtigen Hotels. Warmes Bett, feste Wände — Luxus kann manchmal sehr simpel sein.
6. Etappe | Valencia - San Roque | 701 Kilometer
Die letzten Kilometer in Spanien — und damit auch die letzten in Europa, bevor es für uns auf einen neuen Kontinent geht.
Das Wetter blieb sich unterwegs treu und zeigte sich erneut von seiner… sagen wir mal „charakterstarken“ Seite. Statt Sonne erwartete uns in den spanischen Bergen plötzlich sogar Schnee. Nicht ganz das mediterrane Flair, das wir bestellt hatten.
Am Campingplatz angekommen wurde erstmal das Rallyelager aufgebaut. Danach folgte eine Nacht, die vor allem eines war: verdammt kalt. Immerhin wissen wir jetzt, dass unsere Ausrüstung auch für arktische Expeditionen geeignet wäre.
5. Etappe | Nimes - Valencia | 735 Kilometer
Das Wetter zeigte sich auch am nächsten Tag weiterhin wenig begeistert von unserem Vorhaben: Regen.
Der Unterfahrschutz sorgte noch immer zuverlässig für Geräuschkulisse — immerhin wussten wir dadurch, dass er noch vorhanden war. Gleichzeitig beschlossen dann auch noch beide Abblendlichter, ihren Dienst einzustellen. Teamarbeit kann eben auch gegen einen arbeiten.
Im B&B bei Valencia wurde deshalb nicht nur an anderen Fahrzeugen geschraubt, sondern auch an unserem. Also: Scheinwerfer raus und Fehlersuche starten. Das Ergebnis? Eine Glühlampe hatte einen Kurzschluss, die andere war schlicht durchgebrannt.
… Franzosen eben.
4. Etappe | Mulhouse - Nimes | 606 Kilometer
Also wieder früh raus — schließlich machen sich die Kilometer nicht von allein.
Unterwegs meldete sich dann erneut unsere Technikabteilung zu Wort: Ein Teil des Unterfahrschutzes hatte beschlossen, sich langsam zu verabschieden. Das äußerte sich durch ein äußerst motivierendes Geräusch bei vollem Lenkeinschlag.
In Nîmes angekommen zeigte sich das Wetter leider von seiner weniger charmanten Seite: Regen. Viel Regen.
Und als kleine Zugabe war unser eigentlich geplantes F1 Hotel auch noch komplett ausgebucht. Nach kurzer Suche fanden wir aber direkt gegenüber eine richtig gute Alternative — manchmal läuft’s eben doch.
3. Etappe | Hohnstein - Mulhouse | 750 Kilometer
Wir hatten Glück und durften bei rund 30 Teams ziemlich früh an den Start.
Auf dem Weg Richtung Frankreich begegneten uns immer wieder andere Teams — spätestens da wurde klar: Jetzt sind wirklich alle unterwegs.
Ganz ohne kleine technische „Charaktereigenschaften“ blieb unser Wagen allerdings nicht. Der Batteriepol hatte nämlich die charmante Angewohnheit, sich bei Unebenheiten einfach mal zu verabschieden. Die Reparatur wollten wir eigentlich noch etwas aufschieben …
… bis unser Motor ausgerechnet bei der Einfahrt ins Hotel in Mulhouse beschlossen hat, Feierabend zu machen.
Dank der schnellen Hilfe eines anderen Teams und einer guten Stunde Schrauberzeit war das Problem dann aber erledigt. Abenteuerpunkt gesammelt, Batterie hält — weiter geht’s!
2. Etappe | Dresden - Hohnstein | 35 Kilometer
ach einer ruhigen Nacht und einem stärkenden Frühstück ging es direkt weiter zur Werft Laubegast. Dort trafen wir zum ersten Mal auf die anderen Teams — und plötzlich wurde aus „wir fahren mal los“ ein echtes Rallye-Gefühl.
Nach dem ersten Kennenlernen entstanden direkt spannende Gespräche, dazu durfte natürlich auch das obligatorische Gruppenfoto nicht fehlen.
Anschließend setzte sich der gesamte Tross Richtung Hohnstein in Bewegung. Den Abend ließen wir dann ganz entspannt bei einem gemeinsamen Buffet ausklingen. So langsam merkt man: Das Abenteuer hat jetzt offiziell begonnen.
1. Etappe | Aachen - Remscheid - Dresden | 706 Kilometer
Jetzt ging plötzlich alles ganz schnell — and we’re on the road again!
Die ersten anderthalb Stunden führten uns nach Remscheid. Dort wartete bereits unsere erste „Speziallieferung“: Auf Wunsch der Organisatoren nahmen wir einen Sack Dünger für ein Projekt in Marokko entgegen. Man fährt ja schließlich nicht jeden Tag mit internationaler Düngemittel-Logistik durch die Gegend.
Anschließend ging’s weiter nach Dresden, wo uns ein ehemaliges Rallyeteam — die Puffendorfer Wildhunde — herzlich empfangen hat. Genau hier schlagen wir heute auch unser Nachtlager auf.
Morgen geht’s dann entspannt weiter Richtung nächstes Abenteuer.